Sudanese bei Abschiebung umgekommen
ai-journal
07/1999
DEUTSCHLAND
Sudanese
bei Abschiebung umgekommen
Nach dem Tod des sudanesischen
Asylbewerbers Aamir Ageeb bei seiner Abschiebung aus Deutschland fordert amnesty
international die deutschen Behörden auf, die körperliche Unversehrtheit von
Flüchtlingen bei Abschiebungen sicherzustellen. Ageeb sollte Ende Mai von Frankfurt
über Kairo nach Khartoum abgeschoben werden. Sein Tod wurde offenbar durch seine
Fesselung und die Behandlung der drei ihn begleitenden Beamten des Bundesgrenzschutzes
verursacht. Die Polizisten hatten Ageeb an Armen und Beinen gefesselt und ihm
einen Motorradhelm aufgesetzt. Berichten zufolge habe er an seinem Platz im
Flugzeug begonnen, sich zu wehren, weshalb die Beamten beim Start des Flugzeugs
seinen Kopf zwischen die Beine drückten. Laut Innenministerium diene der Helm
dazu, Asylbewerber bei ihrer Abschiebung vor Verletzungen und gleichzeitig die
Polizisten vor Bissen der sich wehrenden Flüchtlinge zu schützen. ai begrüßt
die Ankündigung einer Untersuchung und die zeitweilige Aussetzung der Abschiebungen
aus Deutschland. Der Tod des Sudanesen ist nicht der erste derartige Fall in
der Bundesrepublik: 1994 starb der Nigerianer Kola Bankole an Herzversagen bei
seiner Abschiebung. Mittlerweile äußerte sich auch das Anti-Folter-Komitee des
Europarates besorgt über die Anwendung von Gewalt bei Abschiebungen. Bei einer
Inspektion des Frankfurter Flughafens wurden der Delegation mehrere Fälle von
Mißhandlungen durch Beamte des Bundesgrenzschutzes vorgetragen.